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Mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitskranke sind häufig durch langjährigen Suchtmittelkonsum in ihrer Gesundheit und ihren sozialen Fähigkeiten eingeschränkt. Unser Angebot richtet sich an Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren. Sie werden derzeit von zwei Sozialpädagogen/innen und zwei Ergotherapeuten/innen betreut. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Eingliederungshilfe nach §§ 53, 54 SGB XII.

Betreuungsziele
Ziel der Arbeit im Betreuungsprozess ist es, den Suchtmittelkonsum einzuschränken, Abstinenzphasen zu verlängern sowie den physischen und psychischen Allgemeinzustand zu stabilisieren und zu verbessern. Wir sind bestrebt, die Bindungsfähigkeit zu erhöhen, Belastbarkeit und Fähigkeiten zur Problembewältigung zu stärken und die Entwicklung realistischer Lebensperspektiven zu unterstützen. Der individuelle Betreuungsprozess kann in Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation, in einer Alkoholentwöhnungsbehandlung oder in anderen Formen der Hilfe münden.

Arbeitsweise
Bei der Tagesstätte handelt es sich um ein Angebot mit bedingtem Abstinenzanspruch. Rückfälle führen nicht zur Einstellung der Betreuung. Die Anforderungen an die Besucher/innen richten sich nach deren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnissen in Übereinstimmung mit den Zielen der Maßnahme und der Einrichtung.

Die themenzentrierte Einzel- und Gruppenarbeit dient unter Einbeziehung alltagspraktischer Problemstellungen der verstärkten Auseinandersetzung mit der Suchterkrankung. Wichtige Themen sind die Auseinandersetzung mit den individuellen  Suchtstrukturen und dem süchtigen Verhalten, das Erkennen von Trinkmotiven, die Identifikation von Rückfallgefahren und -auslösenden Situationen. In diesen Prozessen werden kommunikative Fähigkeiten gestärkt, Teilhabe am sozialen Leben geübt, Ressourcen gefördert, Selbst- und Fremdwahrnehmung trainiert und neue Perspektiven und Lebensentwürfe erarbeitet.

Eine wichtige Bedeutung kommt der sozialarbeiterischen Unterstützung zu. Wir helfen bei der Absicherung der materiellen Existenzbedingungen. Diese sind die Voraussetzung für eine Bearbeitung der durch den Suchtmittelkonsum bedingten Probleme und eine intensive Auseinandersetzung mit der Abhängigkeitserkrankung.

Zwischen dem Fernbleiben der Besucher/innen und möglichen Rückfällen existiert häufig ein Zusammenhang. Die Wiederaufnahme des Suchtmittelkonsums verstehen wir als Indikator für problembelastete oder auch krisenhafte Situationen. Mit unserer aufsuchenden Arbeit, d.h. dem Aufrechterhalten des Kontaktes und möglichen Hausbesuchen (im Regelfall spätestens am dritten Fehltag), streben wir die frühzeitige Unterbrechung des Rückfallgeschehens an. Dieses Handeln ist ein fester Bestandteil der partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf dem Weg zu angestrebten Veränderungen.
 
Partizipation und Gender Mainstreaming
Um die Fähigkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Sozialkompetenzen und sozialem Vertrauen zu fördern und zu stärken, werden die Besucher/innen aktiv an den Entscheidungsprozessen im Rahmen von Gruppengesprächen und Vollversammlungen beteiligt. Besucher/innen übernehmen die Verantwortung für Teilbereiche des Tagesstättenalltags, z.B. der Ergokassenführung.
Sucht ist geschlechtsneutral, Suchtkranke sind es nicht – um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, bieten die Tagesstätten zusätzliche geschlechtsspezifische Angebote in Form von Gesprächs- und Sportgruppen an.

Hauptziele unserer Arbeit sind
Einschränkung des Suchtmittelmissbrauchs
Verlängerung der Abstinenzphasen
Nachhaltige Abstinenz
Aufbau einer individuellen Tagesstruktur mit Sinnfindung im Beschäftigungsbereich
Stabilisierung des psychischen und physischen Allgemeinzustandes
(Wieder-)Aufbau sozialer Kontakte und Pflege dieser Kontakte
Finden neuer Lebensinhalte und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
(Wieder-)Aufbau von Freizeitmöglichkeiten
Verbesserung kognitiver Fähigkeiten

Wir bieten
Eine geregelte, alltagsnahe und abstinente Tagesstruktur in geschütztem und suchtmittelfreiem Rahmen
sozialarbeiterische Unterstützung bei Anträgen und Behördengängen (Sozialamt, JobCenter usw.), Vermittlung oder Begleitung zu Ärzten
Einzel- und Gruppengespräche über Probleme im Umgang mit der Sucht
Herstellung sozialer Kontakte zu anderen Betroffenen
In den Angeboten der Ergotherapie und kreativen Gestaltung bekommen die Besucher/innen Anregungen und Anleitung zur Arbeit mit unterschiedlichen Materialien und Techniken. Neben der Erweiterung der Interessen werden instrumentelle und kognitive Fähigkeiten trainiert.
Alltagspraktische Fähigkeiten der Besucher/innen werden in den hauswirtschaftlichen Arbeiten innerhalb der Tagesstätte trainiert.
Ergo- und kunsttherapeutische Angebote in unseren Werkstätten (z. B. Ton-, Holz-, Korbflechtarbeiten)
Zur Tagesstätte gehört ein Garten. Die an Gartenarbeit interessierten Besucher/innen pflegen im Rahmen der Gartenprojektgruppe Pflanzen und Anlage.
Gedächtnistraining
Entspannungsübungen
Ein wichtiges Lernfeld ist der Bereich der Freizeitgestaltung ohne Suchtmittel.
Möglichkeiten zum Duschen und Wäschewaschen
Als flankierende Maßnahmen werden die regelmäßig stattfindende Sport- und Yogagruppe angeboten.


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