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Projektbeispiel: Pilotprojekt Lehrter Str. 38 A+B in Berlin-Tiergarten
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Vorlauf
Unter der Regie des Entwicklungsträgers S.T.E.R.N. wurde ein städtbaulicher Realisierungswettbewerb durchgeführt, der auch die Grundstücke Lehrter Str. 36-38 (Hinterland) einbezog, die sich im Treuhandvermögen des SPI befanden. Die Altbauten auf den Grundstücken Lehrter Str. 36-38 wurden entsprechend dem vom SPI entwickelten Treuhandmodell unter aktiver Beteiligung der Hausbewohner saniert.
Die im Rahmen des Wettbewerbsergebnisses vorgesehenen Neubauten auf den hinteren Grundstücksflächen wurden - als Teil der gesamten Neubebauung bis zur Perleberger Straße - für ein Selbsthilfeneubauvorhaben bestimmt. Bauherr wurde die Wohnungsbaugesellschaft GEHAG als Erbbaurechtsnehmer des Grundstückes.
Grundgedanken des Selbsthilfeprojektes
Das SPI widmet sich als treuhänderischer Sanierungsträger des Landes Berlin der Versorgung von besonders benachteiligten Gruppen des Wohnungsmarktes mit preiswertem Wohnraum. Dazu zählen soziale und kulturelle Projekte sowie Personen mit besonderen sozialen, gesundheitlichen oder persönlichen Problemen.
Die Idee des Projektes Lehrter Straße war daher die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum für diese Zielgruppe unter Beteiligung entsprechender freier Träger am Ausbau der Wohnungen. Die langjährigen Erfahrungen des SPI im Bereich des Altbaus zeigten, dass freie Träger oftmals über gute Voraussetzungen und großes Interesse für eine derartige Beteiligung verfügen. So sollte es den Trägern ermöglicht werden, im Rahmen der Eigenleistungen eigene Ausbildungsprojekte und/oder die späteren Mieter einzubeziehen und somit die Kosten der Wohnungen zu senken. Eine generationsübergreifende Zusammensetzung der Bewohnerschaft sollte erreicht werden.
Entsprechend dieser Grundgedanken wurde von den Bewerbern die Bereitschaft zur Übernahme von baulichen Selbsthilfeleistungen, die Fähigkeit zur Betreuung ihres Klientels und die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung an der Hausgemeinschaft erwartet.
Verfahren
Der Ausbau der Wohnungen fand unter Beteiligung von anerkannten freien Trägern statt, die dem SPI-Berlin von der
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Senatsverwaltung für Jugend und Familie
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Senatsverwaltung für Soziales
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Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen
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Senatsverwaltung für Gesundheit
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benannt wurden.
Die freien Träger können im Rahmen ihrer sozialpolitischen Aufgaben über die Wohnungen verfügen, an deren Ausbau sie sich beteiligt haben. Der Wert der geleisteten Arbeiten wirkte sich reduzierend auf die Miethöhe der Wohnungen aus.
Die Auswahl der Bewerber für dieses Projekt fand in enger Kooperation mit den jeweils zuständigen Senatsverwaltungen statt. Es besteht für die Wohnungen ein Belegungsrecht des Landes Berlin.
Die GEHAG als Erbbaurechtsnehmer des neugebildeten Grundstücks Lehrter Straße 38 A+B war Bauträger und Förderungsnehmer der Gesamtbaumaßnahme.
Das SPI-Berlin organisierte den Selbsthilfe-Ausbau der Wohnungen. Hierzu wurde ein Betreuungsvertrag zwischen der GEHAG und dem SPI geschlossen, der die verantwortliche Übernahme der Projektsteuerung durch das SPI einschließlich des Abschlusses von Ausbauvereinbarungen mit den freien Trägern regelte.
Aufgrund der sozialen Besonderheiten des Projektes schloß die GEHAG für die Bewirtschaftung des Gebäudes einen Generalmietvertrag mit der SPI-eigenen gemeinnützigen Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), Geschäftsbereich Wohnraumverwaltung.
Durchführung
Die Grundsteinlegung für das Gesamtprojekt erfolgte am 11.11.1993.
Auf der Grundlage der Ausschreibung des Bauvorhabens wurde zwischen der GEHAG, dem SPI und der Bauleitung zunächst der Umfang der insgesamt möglichen Selbsthilfeleistungen festgelegt. Als Ergebnis war dies in den Bereichen Maler-/Anstricharbeiten, Bodenbelagsarbeiten, Tischlerarbeiten (Innentüren) sowie Fliesen- und Plattenarbeiten möglich.
Nach der Auswahl der Träger für die einzelnen Wohnungen, erfolgte mit diesen die Abstimmung des wohnungsweisen Leistungsumfanges entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten der Beteiligten. Der vereinbarte Leistungsumfang einschließlich des Geldwertes und der daraus errechneten Mietreduzierung wurde innerhalb der Ausbauvereinbarung für jede Wohnung festgeschrieben. Wohnungsweise differenziert ergaben sich Reduzierungsbeträge zwischen 0,91 DM/qm und 1,47 DM/qm im Monat. Der Abschluß der Ausbauvereinbarung erfolgte gekoppelt an den Mietvertrag der jeweiligen Wohnung vor Beginn der Ausbauphase.
Am 01.09.1995 wurden die Wohnungen der Lehrter Straße 38 A+B von den Trägern im sogenannten erweiterten Rohbauzustand - also fertiggestellt abzüglich der geplanten Selbsthilfeleistungen - übernommen. Für die Ausbauarbeiten war ein Zeitraum von 3 Monaten vorgegeben.
Bei Bedarf bestand die Möglichkeit die Arbeiten an die GSE gGmbH-Nachbarschaftswerkstätten zu vergeben. Dies wurde von 4 Trägern genutzt. Die Mehrzahl (8 Träger) organisierte den Ausbau selbst. Dies geschah mit eigenen oder beauftragten Ausbildungs-/Qualifizierungsprojekten durch beauftragte Firmen und mit Unterstützung von Sponsoren. Fachliche Anleitung/Beratung war entsprechend vorhanden. Zur Koordinierung von Selbsthilfe und allgemeinem Bauablauf führte das SPI regelmäßige Bausitzungen mit den Selbsthelfern, dem Bauherrn, dem bauleitenden Architekturbüro und dem Firmenbauleiter durch.
Ende Oktober 1995 erfolgte die Abnahme der Selbsthilfeleistungen durch GEHAG und SPI. Zeitgleich ging das Haus in die Verwaltung der GSE über.
Im Winter1995 begannen die Mietverhältnisse der Träger und damit der Bezug der Wohnungen.
Überblick Lehrter Straße 38 A + B
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Bauherr: GEHAG Gemeinnützige Heimstätten-AG
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Betreuung des Selbsthilfepojektes: Sozialpädagogisches Institut SPI Berlin, Geschäftsbereich Stadtentwicklung "Ausnahme & Regel"
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Finanzierung: öffentlich geförderter sozialer Wohnungsbau, 1. Förderungsweg
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Städtbaulicher Entwurf: Architekt Jörg Pampe
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Planung: Lehrter Str. 38 A+B PUB Architekt Bernhard Strecker
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Bauleitung: Architekturbüro DGI Bauwerk
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Anzahl der Wohnungen 29 WE
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Wohnungsschlüssel: 9 2-Zimmer-WE, 12 3-Zimmer-WE, 2 4-Zimmer-WE, 4 5-Zimmer-WE, 1 6-Zimmer-WE, 1 7-Zimmer-WE
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Wohn-/ Nutzfläche: 2.516,20 qm
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Selbsthilfe-Ausbauleistungen: rd. 604.000,00 DM (brutto) gesamt
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Selbsthilfe-Gewerke:
- Fliesen- und Plattenarbeiten
- Tischlerarbeiten (Innentüren)
- Maler- und Anstricharbeiten
- Bodenbelagsarbeiten
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Beteiligte Träger / Anzahl und geplante Nutzung der Wohnungen
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Anti-Drogen-Verein e.V.:
4 WE / Betreutes Wohnen für ehemals Drogenabhängige
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BeginenWerk e.V.:
4 WE / Wohnprojekt für alleinerziehende Frauen in Notlagen
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Bezirksamt Tiergarten, Abteilung Sozialwesen:
2 WE / Belegwohnung
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Durchbruch e.V.: 1 WE / Betreute Jugendwohngemeinschaft
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KreuzWerk e.V.: 2 WE / Betreute Jugendwohngemeinschaft
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Psychosoziale Initiative Moabit e.V.:
2 WE / Betreutes Wohnen für psychisch Langzeitkranke
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Sozialpädagogisches Jugendzentrum"Makarenko":
2 WE / Betreutes Jugendwohnen für ehemalige Heimbewohner
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Treberhilfe e.V.:
2 WE / Betreutes Wohnen für jugendliche Trebegänger
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Unionhilfswerk e.V. Berlin:
5 WE / Betreutes Wohnen für psychisch Langzeitkranke
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Werkschule e.V.: 3 WE / Betreute Jugendwohngemeinschaft
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Wohnwerkstatt e.V.: 1 WE / Betreute Jugendwohngemeinschaft
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AWO und SPI Bereich "Leben und Wohnen im Alter":
1 WE / Betreutes Wohnen für demente Alterspatienten
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