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Projektbeispiel: Kottbusser Tor: Special QuartiersRap
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Vorläufer des "QuartiersRap Kotti": Break-Dance-Festival "Hippen und Hoppen"
Als Beispiel für die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in die Praxis wird im folgenden die Organisation eines Rap-Wettbewerbs vorgestellt, der am 1. September 2000 auf öffentlichem Straßenland stattfand.
Vorläufer dieser Veranstaltung war im Jahre 1999 das an ein Mieter-Straßenfest gekoppeltes Break-Dance Festival "Hippen und Hoppen", das auf dem Hintergrund entstand, innerhalb der nächsten Jahre am Kottbusser Tor eine kontinuierliche, öffentliche Aktion mit dem Schwerpunkt Jugend zu installieren.
Zielgruppe der damaligen Veranstaltung waren alle Mieter des Quartiers. Dazu gehörten ausdrücklich sowohl Erwachsene wie Kinder und Jugendliche aller vorhandenen Ethnien. Bereits damals gelang durch Kooperationen mit dem Bezirksamt, den Hauseigentümern, den Hausmeistern, jungen und älteren Mietern, und vielen anderen eine enge Verzahnung fast aller der im Integrierten Handlungskonzept genannten Felder.
Aufgrund der Arbeit im Projekt Ausbildungsplatzvermittlung bestanden zahlreiche Kontakte zu jungen Leuten, Jugendinitiativen, zur Jugendberufshilfe des Bezirkes etc. Angesichts des Bedarfs jugendkulturellen Austauschs der Hip-Hop-Szene, zu der die Ausdrucksformen des Break-Dance und des Rap gehören, erschien uns 1999 ein Break-Dance-Festival als geeignete Form, über den Ausbildungsaspekt hinaus verstärkt junge Menschen in die Aktivitäten des Quartiersmanagements einzubinden. In diesem Zusammenhang luden wir einige der uns bekannten Gruppen aus dem Umfeld des Quartiers zur Teilnahme ein, die ausnahmslos der Einladung gerne folgten.
1999 übernahm eine Kreuzberger Filmproduktion, die zwei bewohneraktivierende Videos, "Polizistin hat nicht geklappt" und "Wir vom Kotti", im Quartier gedreht hatte, Teile der Organisation des Break-Dance-Festivals. Die Sorge, dass das Festival wegen bekannter Gruppenrivalitäten aus dem Ruder geraten könnte, erwies sich als unbegründet. Dies vor allem deshalb, weil zehn junge Männer, acht davon Migranten diverser Ethnien aus dem Quartier, neben einem professionellen Wachschutz für Ruhe auf dem Fest sorgten. Die ausschließlich quartiersbezogene Veranstaltung wurde ein großer Erfolg, deren Fortführung von allen Beteiligten gewünscht wurde
"Quartiers-Rap Kotti" 2000 und 2001
Das Festival im Jahr 1999 schuf eine positive Grundstimmung für eine ausschließlich jugendspezifische Veranstaltung im Quartier. Der " Quartiers Rap Kotti" zielte auf die Imageverbesserung des Quartiers nach außen, was auch gelang, so daß der "Quartiers-Rap Kotti" im Jahr 2000 als eigene Jugendveranstaltung durchgeführt wurde. Durch die Unterstützung eines Rundfunksenders - der "QuartiersRap Kotti" wurde kostenlos bundesweit betrailert konnte die Veranstaltung bereits im Vorfeld mit großer Publicity starten. Mit dem Ergebnis, dass mehr Akteure aus dem gesamten Bundesgebiet anreisten als aus dem Quartier selbst. Vermutlich ist dieser Umstand auch darauf zurückzuführen, dass wir vorschrieben, die Texte in deutscher Sprache abzufassen, während einige Rapper im Quartier ausschließlich auf Türkisch oder auf Arabisch rappen.
Eigenverantwortlichkeit als Impuls zur Beschäftigung
Die Konzeption des "Quartiers-Rap Kotti" war im Vergleich zu 1999 dahingehend verändert worden, dass interessierten Jugendlichen zunehmende und weitgehende Verantwortung sowohl für die Organisation von Rahmenprogramm und jugendlichem Wachdienst, als auch für die Erstellung von Flyern und Urkunden bis hin zur finanziellen Verantwortlichkeit übertragen wurde. In 2001 kam die Erstellung eines Jingle und die Werbung über Radiosender hinzu. Dieses Vorgehen erwies sich als ausgesprochen erfolgreich. So gab es beispielsweise erstaunte Äußerungen aus der Szene, noch nie auf einer derart friedlichen Veranstaltung gewesen zu sein, da vergleichbare Aktionen meist nicht ohne die obligatorische Schlägerei auskommen. Dies bestätigte übrigens auch der Rundfunksender.
Bei der Organisation des "QuartiersRapKotti" hatten wir zwar leider nicht das Glück wie im Vorjahr, den Jugendlichen einen prominenten Bodyguard zur Seite stellen zu können, anderseits brachte die Zusammenarbeit mit einem anderen Sicherheitsdienst Jugendliche auf dem ersten Arbeitsmarkt unter. Dieses Vorgehen führte die jungen Leute zwar nicht in von ihnen gewünschte Existenzgründungen, dafür aber auf den Boden der Tatsachen. Ein Beispiel: Eines der jugendlichen Organisationstalente entschloss sich nach zweimaligem Abbruch einer geförderten Ausbildung zu einem dritten Anlauf, der bis dato auch gut verläuft. Und das, obwohl zuvor die Jugendförderung mit nachvollziehbaren Argumenten seine neuerliche Aufnahme strikt ablehnte. Für den jungen Araber letzte Gelegenheit auf einem Zug in einen konventionellen Beruf aufzuspringen.
Der Weg dieses jungen Mannes ist nur ein Beispiel, belegt aber exemplarisch die Situation vieler Jugendlicher, auf die wir im Quartiersmanagement treffen. Meist handelt es sich um junge Leute, die herkömmliche Angebote, die die Gesellschaft für sie bereithält, aus den verschiedensten Gründen ablehnen. Das Quartiersmanagement hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit ihnen verstärkt ihnen gemäße Möglichkeiten herauszufiltern, die sie befähigen, ihren eigenen Weg zu gehen. In diesem Kontext kooperiert das Quartiersmanagement Kottbusser Tor z. B. mit dem Freiwilligen Sozialen Trainingsjahr, das mit modularisierten Angeboten neue Formen der Berufswegeplanung ermöglicht.
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