GB Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel | Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung
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Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung

Die Berliner Bemühungen auf dem Weg zur Sozialen Stadtentwicklung haben mit dem Senatsbeschluss vom 13.11.2006 und dem Beschluss der Bürgermeister vom 21.12.2006 zur Entwicklung einer Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung (RSS) neue Zielsetzungen erhalten. Die RSS soll zukünftig die Grundlage für ressort- und ebenenübergreifende (Senat, Bezirke, lokale Akteure), gesamtstädtisch und raumorientiert wirkende Handlungskonzeptionen bilden. Beteiligt an der Strategieentwicklung sind alle relevanten Senatsverwaltungen, die Fachressorts in den drei Pilotbezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow- Weißensee und Reinickendorf, Akteure der lokalen Ebene und externe Fachexperten/-innen.

Die Rahmenstrategie besteht aus den Bausteinen:
Präambel, Leitbild
den thematischen Handlungsfeldern (HF)
HF 1 – Bildung, Erziehung, Betreuung,
HF 2 – Arbeit, Lokale Ökonomie, Integration,
HF 3 – Wohnen, Soziale Nachbarschaft, Sport, Sicherheit,
jeweils unter Berücksichtigung der Querschnittsthemen: demografischer Wandel,
Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit, Integration und Partizipation
Sozialraumorientierung (SRO) – Einführung SRO in 3 Pilotbezirken
sowie dem strategischem Controlling.

Zielstellung und Auftrag
Zielstellung ist die Entwicklung einer ganzheitlichen Strategie für eine integrierte Stadtentwicklung sowie abgestimmtes Planen und Handeln der relevanten Personen, Verwaltungen und Institutionen auf allen räumlichen Ebenen. Eine Voraussetzung dafür ist die räumliche Ausrichtung der Fachpolitiken, ergänzend zur Entwicklung ressortübergreifender, zielorientierter Maßnahmen. Dazu sind für die Landes-, Bezirks- als auch für die Quartiersebene geeignete Verfahrens- und Organisationsstrukturen zu entwickeln, wobei die Pilotbezirke und insbesondere die lokalen Akteure intensiv in die Strategieentwicklung einzubeziehen sind. Die formulierten Ziele und ihre Umsetzung erfordern insofern auch ein deutliches Umdenken in Politik und Verwaltung. Sozialräumliche Orientierung des gesamten Verwaltungshandelns und Stadtentwicklungspolitik als permanente Koproduktionsleistung sollen Eckpfeiler und Voraussetzung für die Zukunft einer Sozialen Stadt werden. Sie sind aber noch nicht allerorts bzw. immer in der notwendigen Form entwickelt. Die zeitnahe Entwicklung und nachhaltige Etablierung dieser Strukturen sind zentrale Forderungen des weiteren Verfahrens und Prüfstein für dessen Gelingen.

Die Berliner Verwaltungen haben komplexere Netzwerke zu knüpfen und Abstimmungsprozeduren in die praktische Anwendung zu bringen. Die Zahl der Schnittstellen nimmt zu und damit die Erfordernis nach neuen Arbeits- und Kommunikationsstrukturen und -formen zwischen den Senatsverwaltungen, zwischen Senatsverwaltungen und Bezirken, innerhalb der Bezirksämter sowie bezirksamts-übergreifend, zwischen Bezirken und lokalen Akteuren etc.

Kernpunkt einer neuen Handlungsstrategie ist Partizipation, die eine Kultur der Beteiligung auf Dauer impliziert. Es gilt ein darauf ausgerichtetes zukunftsfähiges Politik und Verwaltungsverständnis im Sinne von „new governance“ zu fördern.

Aufgabenstellung und Leistungen LOS 2
Zur Projektsteuerung dieses komplexen, fachressortübergreifenden und integrierten Verfahrens, das unter Einbindung aller relevanten Fachressorts und zusätzlicher Experten erfolgt, wurde die ressortübergreifende Projektgruppe-RSS geschaffen. Die Leitung dieser PG übernahm die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I. Ab August 2007 wurden von der Projektleitung (PL) zur Unterstützung des Verfahrens 2 externe Dienstleister beauftragt (Geschäftsbereich Stadtentwicklung und das Büro Jahn, Mack & Partner [JMP]).

Diese Unterstützung wurde in 3 Aufgabenteile gegliedert, die wiederum in 3 Losen vergeben wurden.
Los 1 - „Projektgruppe Rahmenstrategie“ und Handlungsfeld „Sozialraumorientierung“,
Los 2 - Handlungsfeldforen 1, 2 und 3,
Los 3 - Pilotbezirke.

Die Aufgaben stehen untereinander in Bezug und erforderten eine enge Kooperation und Verfahrensabstimmung. Zur Unterstützung der Arbeitsorganisation wurde ab November 2007 eine internetgestützte interaktive Arbeitsplattform für alle an der RSS unmittelbar Beteiligten zur Verfügung gestellt. Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel, wurde mit den Leistungen LOS 2 beauftragt. Der Auftrag umfasste die inhaltliche und organisatorische Bearbeitung der 3 thematischen Handlungsfelder der RSS, einschließlich der Betreuung der dazu jeweils eingerichteten Foren. Im Ergebnis des Verfahrensablaufs in 2007 wurde der Auftrag für 2008 u. a. hinsichtlich der Anzahl der HF-Foren entsprechend angepasst und enthielt folgende Modifikationen:
Vorbereitung, Durchführung, Moderation und Nachbereitung eines Forums im HF 3 sowie eines HF-übergreifenden Forums zum Abschluss der Phase I der RSS,
Konzeptionelle Vorstrukturierung der weiteren Bearbeitung der 10 TS,
Recherche zu den für die Zielsetzungen der sozialen Stadtentwicklung relevanten Förderprogrammen.

Integriertes Verfahren
Auf dem Weg die Ziele der Rahmenstrategie zu verwirklichen, wurde ein Kooperations- und Kommunikationsverfahren eingesetzt, das nicht additiv sondern integrativ, nicht kleinteilig sondern gesamtstädtisch ansetzt, um in besonderem Maße ziel- und ergebnisorientiert zu wirken. Zu den formalen und inhaltlichen Voraussetzungen gehörten u. a. die Sicherstellung des Fachdiskurses sowie die Orientierung an fachlichen- und außerfachlichen Standards. Vom Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel, wurde ein Kontrakt zur Koproduktion erarbeitet, der die Verfahrensvorteile – Transparenz, Information und Partizipation - sowie die Entwicklung einer Verfahrensqualität – von Kommunikation, über Koordination zu Koproduktion – herausstellte. Darüber hinaus wurden Verfahrensgrundsätze zur Sicherung einer Verfahrensqualität entwickelt.

Verfahrenspartner, Beteiligte und Akteure
Die wichtigsten Verfahrenspartner sind, angeführt von der PL, die PG RSS, die Federführenden der 3 HF und die DL JMP. Die Einbindung aller weiteren am Prozess beteiligten Akteure aus den Senats- und Bezirksverwaltungen sowie der lokalen Ebene erfolgte mit Beginn der Vorphase und insbesondere den KickOffs. Damit wurde ein offenes und transparentes Verfahren, dass von allen Beteiligten in gleicher Weise aktiv mit gestaltet und erarbeitet wurde, gewährleistet. Nur so konnten die Beteiligten, als Experten/-innen der Fachthemen, ressortübergreifend aktiv und lösungsorientiert im Bearbeitungsprozess mitwirken. Wo erforderlich, wurden weitere lokale bzw. externe Experten/-innen in das Verfahren eingebunden.

Verfahrensablauf - Wechsel von Bearbeitungsphasen und Foren
Im Verfahren wurde in Abstimmung mit der PL und den HF-V eine Verzahnung von Bearbeitung und Beteiligung/Abstimmung praktiziert. Das Verfahren wurde, ausgehend von einer Vorphase zur inhaltlichen Themenklärung, gefolgt von den Auftaktveranstaltungen, in Bearbeitungsphasen und Foren strukturiert, die im Wechsel stattfanden. Die KickOffs und HF-Foren fanden in 2007 im Abstand von ca. 2 Monaten (September und November) jeweils zeitversetzt innerhalb von 2 bis 3 Wochen statt, so dass jeweils in den Foren die Zwischenergebnisse diskutiert und Aufgaben festgehalten wurden und nachfolgend in den Bearbeitungsphasen diese Ergebnisse kommuniziert und auch innerhalb der Verwaltungen bearbeitet werden konnten. Die Bearbeitungsphasen wurden auch dafür genutzt, um die Ergebnisse in die jeweils anderen HF hinein zu kommunizieren, um einen möglichst breiten Informationsstand zu erreichen.
Im Februar 2008 wurden zwei weitere Foren durchgeführt, wobei davon ein HF-übergreifend angelegtes Forum, den Abschluss der Foren-Arbeit bildete. Die Ergebnisse aller Foren
flossen jeweils in den Sachstandsbericht Januar 2008 bzw. in den ersten Ergebnisbericht März 2008 ein.

Informationsfluss und Transparenz
Der Informationsfluss und die Kommunikation insbesondere zwischen den Dienstleistern, der PL und den HF-V erfolgte permanent während des gesamten Verfahrens stets zeitnah. Arbeitsplanungen und Arbeitsstände wurden permanent abgeglichen. Sämtliche Arbeitstreffen, Veranstaltungen und Termine wurden in enger Abstimmung mit der PL und den HF-Verantwortlichen organisatorisch vorbereitet, nachbereitet und ausgewertet. Aufgrund der Dichte der Ereignisse, ergab sich hierbei ein sehr hoher und intensiver Abstimmungsbedarf. Die Information der PG, einschließlich der Präsentation von Zwischenergebnissen, erfolgte Prozess begleitend auf festgelegten Terminen. Um den Informationsfluss und die Verfahrenstransparenz für alle direkt Beteiligten zu optimieren, wurde von der PL, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I, ab November 2007 eine internetgestützte interaktive Arbeitsplattform, zur Verfügung gestellt, in die alle relevanten Dokumente (Einladungen, Protokolle, Anlagen, Ergebnisse und Arbeitsstände) eingestellt wurden, um interaktiv kommunizieren- und arbeiten zu können.

Vorphase
Die Projekt-Vorphase beinhaltete im Wesentlichen folgende Aufgabenstellungen:
Vorklärung von inhaltlichen Themenstellungen in den HF,
verbindliche Klärung der Teilnehmer in den HF und deren verbindliche Einbindung,
Vorstrukturierung des Gesamtprozesses – Abstimmung, Organisation, Ablauf, Ergebnisse.

Auftaktveranstaltungen – KickOffs
Mit den Auftaktveranstaltungen, den sog. KickOffs, begann für die in der Vorphase abgestimmten weiteren Beteiligten der offizielle Einstieg in die RSS. Die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises erfolgte ressort- und ebenenübergreifend (Senatsverwaltungen, Bezirke und lokale Ebene). Diese Auftaktveranstaltungen fanden separat für jedes HF statt.
Auf diesen KickOffs wurden die an den Bearbeitungsphasen zu beteiligenden Akteure über das beabsichtigte Verfahren informiert und in die Thematik eingeführt. Die grundsätzliche Methodik, das Selbstverständnis der Moderation, Koordination und Strukturierung der Fachforen, wurde angelehnt an die EU-Strategie „Offene Methode der Koordination“.

Resümee der 3 KickOffs
Die drei KickOffs fanden im September 2007 mit einem breit angelegten Teilnehmerkreis von 37 bis 51 Personen statt. Der Teilnehmerkreis war unter den Aspekten ressort- und ebenenübergreifend eingeladen worden. Die KickOff-Veranstaltungen waren als Auftakt erfolgreich vor allem unter den Gesichtspunkten Information, Einbindung in das Verfahren, Themenklärung-, Priorisierung und Arbeitsauftakt.

Interviewphase
Den zweiten Baustein zur Erstellung einer handlungsfeldbezogenen Analyse/Bestandsaufnahme mit der Zielstellung, Potenziale herauszufiltern, die die Wirksamkeit der fachpolitischen Ansätze sowie eine integrierte Herangehensweise stützen können, bildeten die Experteninterviews. Um die Ausgangssituationen in den HF darstellen und bewerten zu können galt es, die prioritären Problemlagen zu ermitteln und zu erfragen, welche Fachpolitiken dabei angewandt werden, welche Programme dabei genutzt- und welche Bezüge zu den Querschnittsthemen gesehen werden; – um hier nur einige Aspekte zu benennen.

Die Experteninterviews wurden durchgeführt, um die Analyse zu vertiefen und insbesondere die Sichtweisen der unterschiedlichen Ebenen und Ressorts auch mittels persönlicher Gespräche zu erfassen. Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel, entwickelte zu dieser Erhebung einen strukturierten Fragebogen; gegliedert in fachliche Aspekte, strukturelle Aspekte und Bezüge zu den 5 Querschnittsthemen. Die Interviews wurden in Form von Einzel- als auch Gruppeninterviews mit einer Dauer von ca. 1,5 Stunden durchgeführt. Die Interviewpartner wurden vorab über das Verfahren sowie die Fragestellungen informiert. Die Auswertung der Experteninterviews erfolgte HF-bezogen und unterpunktsummiert. Die Aussagen der Teilnehmer wurden anonymisiert. Aus nahezu allen Gesprächen lässt sich sagen, dass es den Wunsch und eine große Bereitschaft gibt, nicht nur mitzureden, sondern auch an einer veränderten Praxis mitzuwirken. Das anonyme Verfahren ermöglichte offene Worte und deutliche Pointierungen. Damit konnte eine weitere inhaltliche Tiefe erreicht werden. Die Ergebnisse der Interviews stellen den zweiten Baustein zur Bearbeitung der Themenstellungen der drei Handlungsfelder dar.

Bearbeitungsphase Thesenpapiere
Die Erkenntnisse der drei Kick-Off-Veranstaltungen mit den Arbeitsgruppen sowie die Interviews wurden HF-bezogen ausgewertet und zusammengefasst. Im Ergebnis dazu, wurden in jedem HF vom Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel, gemeinsam mit dem jeweiligen HF-V zu den als Schwerpunkthemen identifizierten Bereichen HF-bezogene Thesen formuliert. Die Thesenpapiere bildeten die Diskussionsgrundlagen für die weitere Bearbeitung der HF und stellten die zentralen Elemente der nachfolgenden Foren dar.

Handlungsfeldforen 2007
Mit den HF-Foren wurde inhaltlich an die KickOffs vom September 2007 angeknüpft. Aufgabe der Foren als Arbeitsgremien war es, nicht nur die inhaltliche Bearbeitung des HF zu begleiten, sondern auch mit- und zuzuarbeiten. Die Gremien wurden wieder ebenen- und ressortübergreifend mit fachlichen Experten der Senats-, und Bezirksebene sowie Vertretern der lokalen Ebenen besetzt. Um die Gremien arbeitsfähig zu gestalten, wurden, in Abstimmung mit der PL und den HF-V, die jeweiligen Teilnehmerzahlen im Gegensatz zu den KickOffs begrenzt bzw. reduziert. In den Foren wurden die Ergebnisse der bisherigen inhaltlichen Bearbeitung vorgetragen und diskutiert, wobei die Thesenpapiere die Diskussionsschwerpunkte bildeten. Die Ergebnisse aus den Gremien sowie weitere fachlichen Anregungen und Hinweise aus den Ressorts gingen in die abzuleitenden Handlungsempfehlungen an Verwaltung und Politik ein.

Resümee der 3 Foren
Die drei Foren trugen deutlich den Charakter von Arbeitsgremien. Der gezielt eingeschränkte Teilnehmerkreis (18 - 24) hat sich bewährt; es wurden ebenen- und ressortübergreifend engagierte Teilnehmer/-innen sowie externe Experten eingeladen. In den HF-Foren wurden die als Thesen formulierten Schwerpunkthemen teils kontrovers aber stets konstruktiv diskutiert. In den Foren ist es erstmals zu Verabredungen von kleinteiligen thematischen Arbeitsgruppen zur Konkretisierung und Weiterbearbeitung gekommen Die insgesamt 22 Thesen treffen die Grundthemen und wurden im Grundsatz bestätigt, sie stellen die „Agenda“ der weiteren Bearbeitung in den drei HF dar. Es ist bisher gelungen, überschaubare Themenstellungen, gemeinsam im Handlungsfeldkontext zu erarbeiten und sich darauf zu verständigen sowie kompetente und kooperationswillige Partner der Ebenen Senat, Bezirk und lokale Akteure zu identifizieren, die ihre Bereitschaft artikulierten vor allem themenbezogen (nicht gesamthandlungsfeldbezogen, sondern praxisorientiert) mitzuarbeiten.

Bearbeitungsphase Themenschwerpunkte 2008
Im Ergebnis der KickOffs und der Foren ist festzuhalten, dass sich die ressort- und ebenenübergreifende Bearbeitung der drei ausgewählten thematischen Handlungsfelder bewährt hat. Es haben sich neue Erkenntnisse zu inhaltlichen Schnittstellen und Schnittmengen der HF untereinander, zu den Querschnittsthemen sowie Synergien ergeben. Um die Handlungsfähigkeit zu erhöhen, wurden in einem HF-übergreifendem Prozess die die bedeutsamsten Themen identifiziert und Schwerpunkte gesetzt. Damit wird ein Qualitätssprung angestrebt, der sich als Methodenwechsel ausdrücken- und in der Bearbeitungstiefe wirken soll. Im Ergebnis der Gesamtauswertung aller HF-Foren, wurde sich auf eine Konzentration auf 10 ausgewählte Schwerpunktthemen verständigt.

Diese Schwerpunktthemen (TS) sind das Filtrat aus den KickOffs, den HF-Foren und den Thesenpapieren und damit die programmatischen Themen der HF 1-3 der RSS. Die 10 TS wurden in der Staatssekretärs-LR am 29.01.08 sowie in der Senatsklausur am 12.02.08 zustimmend zur Kenntnis genommen und stellen die Grundlage für die weitere vertiefende Bearbeitung dar. Entsprechende konkrete Arbeitsaufträge wurden im 1. Ergebnisbericht 2008 der Senatsvorlage formuliert.

Die zehn Themenschwerpunkte sind:
Einrichtung von „regionalen“ qualifizierten Bildungsnetzwerken „rund um die Schule“,
„Bildungschancen für alle“: Erhöhung der Schulabschlussquote und Verringerung von Gewalt an Schulen,
Einrichtung von Familienzentren und Verstärkung der Elternarbeit,
Weiterentwicklung der „bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit“ (BBWA) als bezirkliches Koordinierungsgremien,
Nutzung einer gezielten Beschäftigungsförderung als Instrument des Stadtteilmanagements,
Stärkung und Einbeziehung der Lokalen Ökonomie in die Entwicklungsprozesse der Stadtteile,
Schaffung und Stärkung der Rolle sozialer Treffpunkte in den Stadtteilen,
Aktivere Einbindung der Wohnungswirtschaft in die Entwicklungsprozesse von Stadtteilen,
Stärkung der objektiven und subjektiven Sicherheit und des zivilgesellschaftlichen Engagements,
stärkere Nutzung der integrativen Rolle des Sports mit seinen Ressourcen und Chancen.

Gesamtforum der 3 HF
Um dem ressortübergreifenden Ansatz der Rahmenstrategie noch stärker Rechnung zu tragen wurde am 27.02.2008 im Roten Rathaus ein gemeinsames Forum der drei HF, ergänzt um die Erfahrungen der 3 Pilotbezirke bei der Bearbeitung des HF „Ressortübergreifende Sozialraumorientierung“, durchgeführt. Zielstellung des Forums war, die 10 TS zu kommunizieren sowie die Schnittstellen und Schnittmengen der einzelnen HF untereinander und den QT deutlich herauszustellen. Dieses Forum stellte den Abschluss der Phase der zielorientierten und zeitlich befristeten Forenarbeit dar und leitete den Übergang in die operative Phase der Weiterarbeit ein.

Bearbeitung Themenschwerpunkte 2008
Das weitere Verfahren der Bearbeitung der 10 Themenschwerpunkte wird, unter Berücksichtigung des bisherigen Arbeitsprozesses, weiterhin unter der Federführung der jeweils zuständigen Senatsverwaltungen in einer konkretisierenden Bearbeitungstiefe erfolgen. Dazu sind kleinteiligere Strukturen für die Bearbeitung notwendig, d. h. die Bearbeitung erfolgt nicht mehr in den Foren, sondern in kleineren themenbezogenen AGs, die ebenfalls ressort- und ebenenübergreifend besetzt werden und arbeits- und ergebnisorientiert agieren sollen.
Die 10 thematischen Schwerpunkte sind hinsichtlich Grad der Ausformulierung, Konkretisierung, der Anzahl relevant zu Beteiligender teils stark divergierend. Dennoch lassen sich grundsätzliche methodische Gemeinsamkeiten ableiten und Schritte für die mittelfristige Operationalisierung aufzeigen.

Dies sind:
Klärung der Verantwortlichkeit (Zuordnung zu einer ggf. mehreren Senatsverwaltungen. In der Regel bei der bisherigen Handlungsfeldverantwortlichen Person),
Bildung von Kerngruppen zur Verfahrensbegleitung und weiteren Bearbeitung (kleine handlungsfähige und handlungsorientierte Gruppen von ca. 5 Personen),
Entwicklung einer Methode zur bedarfsorientierten schnellen und flexiblen Einbindung weiteren Teilnehmer (zusätzliche Experten),
Sicherstellung der Praxistauglichkeit durch die permanente Einbindung lokaler Akteure,
Sicherung der Verbindlichkeit von Teilnahme und Mitarbeit für den Bearbeitungszeitraum,
Gewährleistung einer hohen Verfahrenstransparenz zwischen den themenbezogenen Arbeitsgruppen,
Kommunikation und Organisation durch eine Gesamtkoordination zur Vermeidung von paralleler Doppelarbeit und Erzielung von Synergien.

Recherche zu Förderprogrammen
Die Aufgabenstellung umfasst die zielgerichtete Recherche zu den für die Zielsetzungen der sozialen Stadtentwicklung relevanten Förderprogrammen des Landes Berlin, insbesondere mit der Fragestellung nach:
Welche Förderprogramme und/oder Haushaltstitel ermöglichen eine Mittelbündelung?
sind räumlich bzw. sozialraumorientiert angelegt?
ermöglichen eine Budgetbildung (Stichwort: Stadtteilbudgets)?
sind auf Wettbewerbe und Innovationen ausgerichtet?

Die Bearbeitung der Thematik erfolgt seit Mai/Juni 2008 im Rahmen einer ressortübergreifenden AG der Programmverantwortlichen der Ressorts unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Zwischenfazit und Schlussbemerkungen
Als Zwischenfazit des bisherigen Verfahrens ist festzuhalten, dass sich die ressort- und ebenenübergreifende Bearbeitung der drei ausgewählten thematischen HF, trotz ihrer jeweiligen Komplexität bewährt hat. Die von Beginn an sichergestellte Beteiligung aller relevanten Senatsverwaltungen, der Fachressorts der 3 Pilotbezirke und insbesondere von Akteuren der lokalen Ebene an den Fachdiskursen und Bearbeitungsphasen war für die fruchtbaren Ergebnisse und die Transparenz des Verfahrens mitentscheidend. Es konnten kompetente und vor allem kooperationswillige Partner aller Ebenen (Senat, Bezirk und lokale Akteure) und externe Experten/-innen identifiziert und für die weitere themen- und praxisorientierte Mitarbeit gewonnen werden. In der bisherigen Projektphase wurde ein Kooperations- und Kommunikationsverfahren eingesetzt, das integrativ und gesamtstädtisch ansetzt, um in besonderem Maße ziel- und ergebnisorientiert zu wirken. Ausdrücklich bewährt hat sich im bisherigen Verfahren die Verzahnung der Gremienarbeit (KickOffs und Foren) mit den Bearbeitungsphasen, die im Wechsel stattfanden. Wichtige Erkenntnisse ergaben sich insbesondere auch durch die Ergebnisse der AGs sowie im Rahmen der durchgeführten Experteninterviews. Hinsichtlich der Verfahrensoffenheit und Sicherstellung von Informationen für Interessierte, die keine bzw. noch nicht direkte Verfahrensbeteiligte sind sowie in Bezug auf Informationen zur RSS in die Breite gibt es jedoch für die nächste Projektphase noch Optimierungsbedarf, um der stadtweiten Bedeutung des Projektes zu entsprechen.

Es ist insgesamt gelungen, gemeinsam Themenstellungen in den HF und HF-übergreifend zu erarbeiten, und sich im Verfahrensverlauf auf prioritäre Themen, Schwerpunkte und Handlungserfordernisse zu verständigen. Darüber hinaus wurden neue Erkenntnisse zu inhaltlichen Schnittstellen und Schnittmengen der HF untereinander sowie zu den QT gewonnen, die im weiteren Prozess jedoch noch deutlicher bzw. konkreter definiert werden müssen. Mit den bisherigen inhaltlichen und strukturellen Ergebnissen wurden gute Grundlagen für die weitere vertiefende Bearbeitung der festgelegten Schwerpunktthemen in Phase II der RSS in 2008 geschaffen.

Ausblick und Entwicklungen
Zurzeit wird die Weiterbearbeitung der Themenschwerpunkte organisatorisch und strukturell vorbereitet und eingeleitet. Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel, wird dabei, im Rahmen einer Folgebeauftragung, sowohl die Projektleitung bei der Verfahrenssteuerung, wie auch die Themenkoordinatoren organisatorisch unterstützen und beratend wirken.

Ansprechpartner:
Jürgen Berger
Fon: 030.49300116

Jeanne Grabner
Fon: 030.49300123