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Das Treuhandmodell
Das vom Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme & Regel, entwickelte und in den Jahren 1991 bis 2007 mehrfach erfolgreich praktizierte Treuhandmodell hatte das Ziel, bezahlbare Mieten zu erhalten, den Wohnstandard und das Stadtbild zu verbessern und die ansässigen Mieter an das Gebiet zu binden. Grundlage war die bewohnergetragene und kostengünstige Sanierung, die an unsere Erfahrungen aus der baulichen Selbsthilfe anknüpfte. Erreicht wurde dies durch die frühzeitige Einbeziehung aller Beteiligten, vor allem der Mieter/ -innen in das Verfahren sowie durch intensive Beratung und enge Kooperation mit den zuständigen Mietervertretungen und -beratungsgesellschaften. Die Verknüpfung der verschiedenen zur Verfügung stehenden Finanzmittel und die Durchführung von Arbeiten durch die Mieter/-innen selbst, mit Unterstützung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, bildeten den zentralen Punkt des Verfahrens. Dieses Verfahren gewinnt in den Zeiten von neuer Armut und Sozialreformen wieder zunehmend an Bedeutung. Speziell durch die Hartz IV-Reform wird die zulässige Mietbelastung in Zukunft verstärkt wieder Thema für viele Haushalte sein. Die Gefahr der Zwangsumzüge und damit der Entmischung durch geforderte Einhaltung der neuen Mietobergrenzen besteht perspektivisch.
Die im Treuhandvermögen befindlichen Objekte werden sukzessive - entsprechend den Auflagen des Baugesetzbuches und orientiert an der Bewohnerstruktur des jeweiligen Hauses - privatisiert. Aufgrund der teilweise sozial benachteiligten Bewohnerschaft wird ein bereits erprobtes Verfahren zur dauerhaften Sicherung günstigen Wohnraums in Kooperation mit der gemeinnützigen Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE gGmbH) zum Einsatz gebracht. Die Objekte werden durch die GSE gGmbH dauerhaft für am Wohnungsmarkt Benachteiligte gesichert.
Als Beispiel dient das letzte von Ausnahme & Regel entsprechend umgesetzte Vorhaben, das Wohnhaus Voltastraße 34 in Berlin-Mitte, Ortsteil Wedding. Das Gebäude liegt im ehemaligen Sanierungsgebiet Brunnenstraße des Bezirks, in unmittelbarer Nähe zum Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg. Die Gesamtsituation des Gebietes ist unter sozialen Gesichtspunkten eher kritisch zu sehen. Von Seiten der Senatsverwaltung und des Bezirks wurde daher in der Zwischenzeit auch ein Stadtteilmanagementverfahren eingerichtet
Das 1896 in traditioneller Bauweise errichtete Wohnhaus Voltastr. 34 besteht aus einem Vorderhaus mit 8 Wohneinheiten in den Obergeschossen, im Erdgeschoss befinden sich Mieteraktionsräume und eine Gewerbeeinheit. Das Gebäude ist Bestandteil eines Ensembles von 4 zusammenhängenden Objekten, die über einen längeren Zeitraum sukzessive saniert wurden. Die Bewohner/-innen sind überwiegend Personen nichtdeutscher Herkunft. Ihre soziale Situation ist als schwierig einzustufen. Viele Familien leben von Sozialhilfe, die Arbeitslosenquote ist hoch. Durch die Sanierung wurde der Wohnstandard verbessert und durch die Einbindung der Mieter in die Sanierung ein möglichst geringern Mietenanstieg erreicht, um die Mieter/-innen im Objekt zu halten bzw. ihre Gebietsbindung zu erhöhen.
Die acht Wohnungen und die Erdgeschossräume wurden umfangreich saniert, Bäder und Küchen erneuert. Das Haus wurde an eine zentrale Gasheizungsanlage mit Warmwasserversorgung angeschlossen, die aus Gründen der Kostenminimierung für die 4 zusammenhängenden Objekte ausgelegt ist. Der kleine Hinterhof wurde gestaltet und begrünt, er lädt nun zum Verweilen ein. Ein Müllstandort wurde angelegt.
Die Mieter/-innen, die in Zusammenarbeit mit der Mieterberatung zum großen Teil in die bereits sanierten Häusern Voltastraße 31 - 33 umgesetzt wurden, haben in diesen Häusern ihren Eigenleistungsanteil erbracht. Dies führte, wie beabsichtigt, zu den sozial verträglichen niedrigen Mieten. Durch die konsequente Einbindung der Mieter/-innen wurden die im Konzept vorgegeben Ziele erreicht. Die Fluktuation in den Häusern ist, bezogen auf das Quartier, gering, die Zufriedenheit mit der Wohnsituation ungewöhnlich hoch. Die Sanierungsarbeiten konnten Ende des Jahres 2006 abgeschlossen und sämtliche Restarbeiten im Mai 2007 beendet werden. Das gesamte Gebäude wurde einschließlich der Gewerbeeinheit vermietet.
Ansprechpartnerin:
Jenny Meissner
Fon: 030.49300121
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